Ohne Zipser und Radosevic

Berlin führt nach dem 89:86-Auftaktsieg im Playoff-Finale 1:0

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Nach einem hektischen und am Ende dramatischen Auftakt der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft 2021 liegen die Bayern-Basketballer gegen Alba Berlin nach einer 86:89 (40:45)-Niederlage 0:1 hinten. Die durch das Fehlen von Paul Zipser und Leon Radosevic in der Rotation limitierten Münchner hatten Nachteile aus der Distanz und lagen bis zu elf Punkte hinten. In der Mann-Verteidigung fehlte etwas Zugriff, die Regelauslegung (27:17 Fouls, drei Technische) begünstigte den Gast nicht. Das Team von Andrea Trinchieri gab jedoch nie auf und ging durch eine große Energieleistung vor der letzten Minute sogar 82:80 in Führung. Kleine Fehler in der Defense gegen Lo und offenkundig fehlende Kraft verhinderten letztlich doch den Auftaktsieg.

Das zweite Finalspiel findet bereits am Donnerstagabend statt, ebenfalls ab 20.30 Uhr in der Arena am Berliner Ostbahnhof. Am Samstag wechselt die Best-of-five-Serie in den Audi Dome (15 Uhr), auch ein viertes Spiel würde in München stattfinden. Am Mittwoch fehlten den Bayern Nick Weiler-Babb und Paul Zipser, die für die Finals nicht mehr in Frage kommen, sowie der noch angeschlagene Leon Radosevic (Kapsel Sprunggelenk); JaJuan Johnson pausierte.

Alba Berlin - FC Bayern Basketball 89:86 (45:40)

  • FCBB:

    James Gist (19 Punkte/5 Rebounds), D.J. Seeley (14), Wade Baldwin (13), Vladimir Lucic (12), Jalen Reynolds (11), Nihad Djedovic (9), Zan Mark Sisko (6/9 Assists), Robin Amaize (2), David Krämer, Sasha Grant und Jason George.


  • Topscorer Berlin:

    Marcus Eriksson (23 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Robert Lottermoser, Gentian Cici, Carsten Straube


  • Zuschauer

    1.450

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 18:24, 22:21, 19:23, 27:21.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 65% (FCBB) // 50% (Berlin); Dreier-Quote: 27% // 43%; Freiwurf-Quote: 76% // 75%; Rebounds: 34 // 30; Assists: 22 // 16; Ballverluste: 13 // 12.

Die Stimmen: 

Andrea Trinchieri: „Uns fehlen zwei sehr wichtige Spieler und dann am Ende drei, trotzdem haben wir ein Spiel mit großem Willen und Leidenschaft gezeigt Wir haben uns in großer Bedrängnis die Chance auf den Sieg erarbeitetet. Aber zwei Fehler in der Verteidigung haben uns dann das Spiel gekostet. Denn wir waren eine Minute und 20 Sekunden vor Schluss mit zwei Punkten vorn und hatten das Spiel da, wo wir es haben wollten. (…) Am Ende entscheiden Kleinigkeiten. Morgen dürfen wir keine Bösewichte mehr sein. Wir haben drei Technische Fouls kassiert. Wir wurden wie böse Jungs behandelt, weil wir ein Technisches Foul für das erste Wort der Kritik bekommen. Wir müssen zurück in die Schule gehen, wir wurden nach zwei Minuten bestraft, also müssen wir das lernen und es besser machen - das ist unser Fehler. In einem Spiel wie diesem, in dem man auf viele Spieler verzichten muss, haben wir Technische Fouls zu vermeiden. Das ist dann eine eigennützige Spielweise. (…) Das kostet eine Menge Emotionen und Probleme in der Rotation, die ja schon so kurz ist. (…) Bis morgen können wir unmöglich ausreichend regenerieren. Es steht jetzt 1:0 für Alba, in 22 Stunden geht es schon weiter. (…) Auch Leon konnte nicht spielen, es wird schwer, wenn man seine Verletzung im Video gesehen hat. Wir versuchen es weiter und müssen schauen.“

Nihad Djedovic: „Uns hat ein wenig die Kraft gefehlt. Alba hat am Ende zwei gute Offensivaktionen gezeigt, zwei Dreier. Wir haben es versucht, aber wir hatten keine Kraft mehr. So haben wir heute leider verloren. Am Ende ist uns noch ein Comeback gelungen, doch in der Crunchtime wurden keine guten Entscheidungen getroffen und so haben wir verloren. Nach sieben Monaten ohne Zuschauer war das schon etwas laut heute, nächste Saison können wir hoffentlich in vollen Hallen spielen. Jetzt fangen wir sofort mit der Regeneration an, für die meisten von uns ist es das erste Mal in diesem verrückten Rhythmus. Aber wir müssen da durch.“

Das Spiel:

Trinchieri startete mit Wade Baldwin, Robin Amaize, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic und Jalen Reynolds. Baldwin war gleich wach und eröffnete die Finals mit einem Dreier. Die Berliner konterten mit einem 8:0-Lauf, den erst Amaize zu stoppen vermochte (5:8/3.). Wie im Halbfinale waren die Ballverluste im Auftaktviertel das Problem der Münchner, dieses Mal waren es fünf nach ebenso vielen Minuten. Zudem arbeitete der FCBB beim Defensivrebound unkonzentriert und ermöglichte immer wieder zweite Chancen. Angesichts dieser Holprigkeiten war der Rückstand nach zehn Minuten eher moderat - die Bayern blieben beim 18:24 dran.

Kapitän Nihad Djedovic kommt immer besser in Tritt, sechs Punkte in Serie waren sein Statement (26:31/14.). Die Verteidigung zog an und sorgte für Stopps, Lucic per Dreier und Reynolds mit dem Dunking - 31:34 (15.). Der FCBB war Alba auf den Fersen, Djedovic verwertete den klugen Pass Baldwins zum Dreier - der Ausgleich war hergestellt (38:38/18.). Nach einer Auszeit setzten sich aber die Berliner mit einem 7:0 wieder ab, Gist verwandelte mit Ablauf der Uhr zum 40:45.

Drei technische Fouls gegen die Bayern, das erste nach zwei Minuten

Berlins Eriksson ärgerte die Bayern nach der Pause mit zwei Dreiern - Auszeit Trinchieri (46:55/24.). Bayern wirkte weiterhin verunsichert, Berlin trat entschlossener auf. Zwei mächtige Baldwin-Dreier brachten sein Team aber wieder auf 53:56 heran (26.). Die Münchner zeigten das, was im Finale erwartet wird: sie kämpften! Berlins Riese Koumadje bereitete den Bayern Schwierigkeiten, ebenso die Foulauslegung. Alba nutzte das zur zweistelligen Führung (57:68/30.), Sisko drückte den Rückstand mit dem letzten Treffer des Viertels auf 59:68.

Ein 10:0-Lauf zur 82:80-Führung, doch dann entwischt Lo

Eine überragende Verteidigungssequenz der Bayern machte Hoffnung. Und das Ausscheiden von Baldwin wegen seines zweiten Technischen und ein weiteres T gegen die Bank irritierten die Münchner nicht, sie blieben 65:71 dran (33.). Lucic ergriff wie so oft in der Crunchtime die Initiative und punktete, auch Seeley traf jetzt (70:75/35.). Eriksson versenkte jedoch seinen sechsten Dreier - dennoch steckten die Gäste nicht auf und kamen über eine knackige Defensive auf 77:80 heran (noch 159 Sekunden). Die Berliner Auszeit stoppte die Münchner nicht: James Gist per Dreier zum 80:80-Ausgleich, Seeley mit dem Floater zur Führung (82:80/noch 91 Sekunden)! Doch der ehemalige Münchner Maodo Lo glich aus und schickte nach einem Seeley-Fehlwurf einen Dreier hinterher (82:85/noch 57 Sekunden). Djedovics Dreier verfehlte ebenfalls das Ziel und Lo besiegelt die Niederlage mit einem weiteren Dreier. 1:0 für Alba.

 

Die Playoff-Finals 2021 (best-of-five):

Donnerstag, 10. Juni, 20.30 Uhr: Spiel 2

Samstag, 12. Juni, 15 Uhr: Spiel 3

Sonntag, 13. Juni, 15 Uhr: Spiel 4*

Dienstag, 15. Juni, 19 Uhr: Spiel 5*

*= falls nötig

 

Foto-Credit: Eirich, Stickel, Wiedensohler

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