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Partizan powert Bayern mit 17.600 Fans knapp aus

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Die Bayern-Basketballer müssen 2023 den nächsten Anlauf zum sechsten Saisonsieg in der EuroLeague nehmen: Vor 17.600 Zuschauern im Hexenkessel von Belgrad (darunter courtside Bastian Schweinsteiger) verlor das Team des herzlich empfangenen Ex-Partizan-Trainers Andrea Trinchieri im letzten Spiel des Jahres 77:83 (29:41). Die Serben profitierten von der lange geringen Dreierquote (26%) des geschwächten FCBB, der im elften Spiel des Monats stark fightete; aber nicht konstant die nötige Power aufbrachte.

Double-Double für Hunter und Rubit

Während Trinchieri nach Bronchitis wieder an der Linie stand, musste Giffey (Grippe) nach München zurückreisen; dazu fehlten Obst und Kapitän Lucic, der neben der Bank mitfieberte.

Er sah einen Kaltstart (2:11/5.), Belgrads physischen Vorteile im Eins-gegen-eins setzen zu. Partizan zog kurz vor der Pause an der Linie davon. Die Bayern gaben aber nie auf, kamen auf 72:75 heran (38.) - Ex-NBA-Profi Exum (19) rettete Partizan. Hunter (16) hatte mit 14 Rebounds ein Double-Double, wie auch Rubit (14/11).

Dienstag nach Silvester (3.1.) spielen die Bayern in Rostock; nächste Auftritte im Audi Dome sind die EuroLeague-Gastspiele von Panathinaikos um Derrick Williams (5.1.) und des neuen Tabellenführers Baskonia (10.1.) sowie der BBL-Gipfel gegen Berlin am 8. Januar.

Zum Spielplan

Partizan Mozzart Bet Belgrade – FC Bayern Basketball 83:77 (41:29)

FCBB:

Othello Hunter (16/14 Rebounds), Augustine Rubit (14/11), Ognjen Jaramaz (14), Isaac Bonga (11), Cassius Winston (10), Corey Walden (7/3 Assists), Freddie Gillespie (2/4 Rebounds), Elias Harris (2), Nick Weiler-Babb (1/4 Rebounds/4 Assists/2 Steals), Paul Zipser, Niklas Wimberg.

Topscorer Partizan:

Dante Exum (19 Punkte)

Schiedsrichter

Olegs Latisevs, Carlos Cortes, Amit Balak

Zuschauer

17.574

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 14:19, 15:22, 20:18, 28:24

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 54 % (Partizan) // 41 % (FCBB); Dreier-Quote: 20 % // 26 %; Freiwurf-Quote: 77 % // 85 %; Rebounds: 36 // 43; Assists: 11 // 13; Ballverluste: 6 // 8

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Partizan hat tough, hart gespielt, sie waren exzellent in der Defense. Wir litten, aber wir haben mit dem einzig möglichen Weg gespielt, ein Spiel aufzubauen und zu versuchen, am Ende zu gewinnen. Uns fehlen drei unserer besten Werfer, da musst du in der Offense manchmal wegschauen, weil wir da nicht besonders geglänzt haben. Aber wir haben dann hart dagegengehalten, gekämpft, den Rückstand verkürz und hatten eine Chance. Sie waren besser, Gratulation, wir gehen weiter ins nächste Jahr zum nächsten Spiel.“

Othello Hunter: „Wir haben langsam begonnen, haben das aber in der zweiten Halbzeit etwas verbessert. Am Ende ging uns etwas die Luft aus und es fehlte uns einfach die Energie, das Spiel zu beginnen. Die Fans waren großartig, sie haben hart gespielt. Wir haben versucht, diese Energie nach der Pause zu matchen, aber es war nicht genug. (…) Der Einfluss der Fans war groß, aber das war letztlich für beide Seiten gut. Denn diese Energie haben wir dann auch aufgenommen. Aber sie hatten die Energie eben von Beginn an.“        

Zeljko Obradovic, Chefcoach Partizan: „Bayern hat nie aufgegeben und sie sind im letzten Viertel zurückgekommen. Wir haben dennoch ein gutes Spiel gespielt und somit Gratulation an mein Team.“

Jaramaz (links) und Lucic (rechts) wurden vor dem Spiel von ihrem Ex-Klub geehrt.
Jaramaz (links) und Lucic (rechts) wurden vor dem Spiel von ihrem Ex-Klub geehrt. (c) Stickel

Das Spiel:

In das letzte Spiel des Jahres starteten die Bayern-Basketballer mit Nick Weiler-Babb, Ognjen Jaramaz, Isaac Bonga, Augustine Rubit & Freddie Gillespie. Nach 142 Sekunden erzielten die Belgrader Gastgeber die ersten Punkte und erwischten insgesamt auch den besseren Start: Bei 0:9 nahm Coach Andrea Trinchieri die erste FCBB-Auszeit (4.). Direkt nach der Auszeit erzielte Gillespie dann zwei Punkte für die Münchner. Nach zwei erfolgreichen Würfen außerhalb der Dreierlinie von Winston und Walden bat Zeljko Obradovic die Hausherren zur ersten Timeout (6:11/6.). Ein zwischendurch spektakulär abgeschlossener Wurf des Ex-Belgraders Corey Walden war dennoch zu wenig und die Hausherren sicherten sich die Führung nach den ersten zehn Minuten – bedeutete 14:19 aus Sicht des FCBB.

Zwei Winston-Freiwürfe eröffneten den Punkteregen in Viertel Nummer Zwei, ein richtiger Schauer sollte aber nicht aufkommen. Erst zwei Minuten später folgten die nächsten Zähler auf das Scoreboard für die Münchner: Hunter schloss krachend mit einem Putback-Dunk ab (18:21/13.) Beim anschließenden 22:28 (15.) nahm Coach Trinchieri die zweite FCBB-Auszeit. Nach 17 gespielten Minuten erzielte der ehemalige Partizan-Spieler Ognjen Jaramaz seine ersten drei Punkte und konnte eine Angriffssequenz später auf 29:34 verkürzen. Partizan schmiss anschließend die Offensive an. Das Ergebnis: Ein 7-0 Lauf bis zur Halbzeitpause. Damit ging es für die Münchner mit -12 in die Kabine.

29 FCBB-Punkte in der ersten Hälfte zu wenig

Unter den Augen von Bastian Schweinsteiger versuchten die Bayern-Basketballer mit drei Guards auf dem Parkett direkt zu Beginn des zweiten Spielabschnitts mehr Tempo zu forcieren. Dadurch wurde das Spiel schneller, doch der Rückstand wollte noch nicht schmelzen (34:47.24.). Die anschließende Münchner-Timeout sorgte für eine dominantere FCBB-Präsenz unter beiden Körben, doch die anhaltende Wurfflaute der beiden Teams konnte nur mit erfolgreichen Freiwürfen überwunden werden. Somit wurden die starken Defensivsequenzen der Bayern häufig nicht mit einem erfolgreichen Abschluss gekrönt. Erst nach sieben Minuten im dritten Viertel gelang der zweite Treffer aus dem Feld für die Gäste (37:47/27.). Der damit eingeläutete kleine Run zwang Coach Obradovic eine Minute später ebenfalls zur Auszeit (42:49). Dante Exum relativierte das zwischenzeitliche Ergebnis mit acht schnellen Punkten und entwickelte sich zum Hauptinitiator auf Seiten der Belgrader. Othello Hunter konnte nach einem Wurffoul beim Dreierversuch durch den Ex-Bayer Matthias Lessort etwas verkürzen und schloss das Viertel abschließend zum 49.59 ab.

Die FCBB-Offense kommt spät auf Touren

Weiterhin war es Exum, der sich der ansonsten starken Defense der Münchner entzog, sodass sich Coach Trinchieri zu einer schnellen Auszeit gezwungen sah (51:63/31.). Nach einem Bonga-Turnover schloss Zach Leday krachend ab und die Stark-Arena zeigte erstmalig auch ihr volles Potenzial (56:66/33.). Dennoch hatten die Gastgeber frühzeitig die Foulgrenze erreicht, sodass sie den FCBB frühzeitig an die Freiwurflinie baten, wodurch der Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Ballbesitze und 63:68 schrumpfte (35.).

Munter wurde sich auf die Crunchtime zu bewegt, in die man sich mit dem Zwischenstand von 72:75 aus Sicht der Bayern begab. Die Belgrader-Offensive kannte in dieser entscheidenden Phase nur noch einen Namen: Dante Exum. Der Australier erzwang das fünfte Münchner-Teamfoul und somit eine vierte Trinchieri-Timeout (38.). Ein Stepback-Dreier des Heimkehrers Jaramaz verkürzte auf -6 knapp eine Minute vor Schluss. Nach einer Obradovic-Challenge verwandelte Bonga die Freiwürfe – 77:81. Mit 34 Sekunden auf der Uhr und einem Exum-Turnover konnten die Bayern-Basketballer auf ein Two-For-One gehen. Doch das Ergebnis war ein Lessort-Block an Hunter. Die Konsequenz daraus ein schnelles Foul von Weiler-Babb und zwei erfolgreiche Partizan-Freiwürfe. Im Gegenzug fiel der Weiler-Babb-Dreier nicht. Das dadurch aktuelle 77:83 war somit das Endergebnis.


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