

Was für eine Willensleistung, was für ein wichtiger Erfolg: Den Bayern-Basketballern fehlt nur noch ein Sieg zur Meisterschaft, vor 8.900 Fans in der schwüldampfenden Schmelinghalle gewann das Team von Sveti Pesic das hart umkämpfte dritte Playoff-Finale bei Alba Berlin 91:83 (43:40). In einem hochintensiven wie mitreißenden Fight behaupteten die Gäste fast permanent eine Führung, behielten vor den Augen von Präsident Herbert Hainer im Schlussviertel (30:23) die Nerven und reduziertem den Berliner Dreier auf 25 Prozent.
Im vierten Duell in weniger als 48 Stunden haben die Bayern um ihre Topscorer Dimitrijevic (19), Lucic (15), Obst (14) und Mike (10) die erste Chance auf den Threepeat. Ein fünftes Spiel fände am Sonntag im SAP Garden statt. Spielbeginn am Freitag ist um 20:30 Uhr, neben Dyn überträgt sportschau.de den Showdown frei im Livestream.
Pesic brachte im 84. Saisonspiel auf Center diesmal Gabriel für McCormack, der wie Dimitrijevic in die Starting Five rückte. Wie in Spiel 1 begannen beide Teams hochprozentig (19:19/6.), wobei zunächst nur Alba an die Linie kam. Trotz fünf abgegebener Offensivrebounds und vier Ballverlusten führte der Gast nach dem ersten Viertel 25:24.
Alba Berlin – FC Bayern Basketball 83:91 (40:43)
- FCBB:Neno Dimitrijevic (19 Punkte, 7 Assists), Vladimir Lucic (15, 7 Rebounds), Andreas Obst (14), Isiaha Mike (10), Justus Hollatz (9), Wenyen Gabriel (6), Johannes Voigtmann (5), Niles Giffey (5), Oscar da Silva (4, 8 Rebounds), Justinian Jessup (4), Elias Harris (n.e.), Xavier Rathan-Mayes (n.e.)
- Topscorer Berlin:Jack Kayil (17 Punkte)
- SchiedsrichterRobert Lottermoser, Martin Matip, Steve Bittner
- Zuschauer8.899

Hollatz mit Brett
Im zweiten wurde es noch physischer, Gabriel blockte Roberts spektakulär und erhöhte vorn nach Dimitrijevics nächster Idee auf 39:30 (16.), ein 8:0-Run. Doch Berlin hielt nun über die Transition Anschluss und die Münchner warteten bis zur Pause auf erfolgreiche offene Dreier (3/12 wie auch Berlin).
Bayern attackierte aus der Pause, mehrfach über Mike. Berlin indes konnte antworten (52:48/24.) und ging nach einem Ballverlust erstmals wieder nach vorn, 59:60 (29.). Giffey dunkte kurz vor dem Buzzer die Führung zurück, 61:60 vor den letzten zehn Minuten.
Großer Dreier des Geburtstagskapitäns
Der Krimi spitzte sich zu 69:66 nach Giffeys Dreier, noch acht Minuten, Fehler hier und dort zeugten von strapazierten Nerven. Ein großer Dreier des nun 37-jährigen Geburtstagskapitäns Lucic zum 80:73 (2:25 min.) schiendann aber das Pendel endlich auf die Münchner Seite zu bringen.
So war's: Berlin scheiterte an der Linie, Obst blieb dreimal cool zum 83:74 (1:25). Hollatz' Dreier mit Brett (86:77/0:56) schockte die Halle, viele Berliner traten bereits den Heimweg an – die Bayern-Fans im Oberrang feierten.
Die Stimmen:
Svetislav Pesic, Cheftrainer FC Bayern Basketball: „Wir können sicher noch besser Defense spielen, aber heute Abend war das die beste Defense von uns bisher in dieser Serie. 18 Turnovers, zwölf Steals und nach 23 Assists von Alba im ersten Spiel und 17 im zweiten waren es heute Abend 14 Assists – das heißt, wir haben in der Verteidigung schon etwas geleistet, mit extra Einsatz. Denn wenn du gegen Alba nicht wach bist, dann verlierst du den Rhythmus und die Kontrolle und am Ende so hoch wie Bamberg die Spiele hier verloren hat. Wir müssen jetzt versuchen, unsere Organisation in der Defense noch weiter zu verbessern. Denn in der Offense haben wir, egal wie, 90 Punkte gemacht. Irgendwann haben wir getroffen und es wäre wichtig für uns, diese Leistung in der Defense noch einmal zu wiederholen.“
Isiaha Mike: „Im zweiten Spiel haben sie uns ihren Willen aufgezwängt. In der ersten Hälfte hatten wir wieder zu kämpfen, doch in der zweiten Hälfte haben wir die Kontrolle über das Spiel erlangt. (…) Es war sehr physisch. Es ist ein Finale, viel steht auf dem Spiel. Wir wussten, wer das Spiel verliert, steht mit dem Rücken zur Wand am Freitag. Wir haben das Beste gegeben, diesen Sieg zu holen. (…) Wir wollen Freitag die Serie beenden und es zu einer großartigen Saison machen. (…) Es war eine lange Saison, aber wir wollen den Job beenden.“
Niels Giffey: „Es steckte viel Intensität drin und war nicht unbedingt das schönste oder das taktischste Spiel. Es war sehr viel Hustle, sehr viel Energie, mit vielen Reboundduellen. (…) Wenn man mit Emotionen spielt und zeigt, dass es wichtig ist, dass man gewinnen will und gerade, dass beim einem Auswärtsspiel dieses Kampf-Mindset da ist – das höre ich sehr gerne. (…) Ich bin beim Aufwärmen auf den Court gekommen und hab‘ die Atmosphäre gespürt. Danach habe ich kein Aufwärmen gebraucht. Die Finals-Stimmung war von Anfang an da. (…) Wir erwarten am Freitag auch ein starkes Alba. Wir müssen Klarheit in der Offensive behalten, wir brauchen einfache Plays.“
Pedro Calles, Cheftrainer Alba Berlin: "Gratulation an Bayern zum Sieg! Wie erwartet war es heute wieder ein enges Spiel und ein echter Fight. Durch die aggressive Verteidigung der Bayern und unsere Ballverluste haben wir offensiv nicht unseren Rhythmus gefunden. Zudem hatten wir Probleme von der Dreierlinie und an der Freiwurflinie. Defensiv haben wir uns einige individuelle Fehler erlaubt, die man sich in einem Finale nicht leisten darf, weil jede Kleinigkeit entscheidend ist. Daran werden wir vor Spiel vier arbeiten. Am Freitag müssen wir vor unseren Fans und dieser großartigen Kulisse noch einmal ans Limit gehen.“
FINALS vs ALBA BERLIN (Best-Of-Five), Stand 1:2
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Spiel 4: Freitag, 19. Juni, 20.30 Uhr (Berlin/Dyn)
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opt. Spiel 5: Sonntag, 21. Juni, 16.30 Uhr (SAP Garden)
