


Drei Siege in sechs Tagen, kann man mal so machen: Die Bayern-Basketballer haben nach ihrer perfekten EuroLeague-Double-Week in Italien auch das Heimspiel gegen Chemnitz gewonnen - 91:77 (48:45) nach einer patenten Energieleistung in der zweiten Hälfte. Durch den 21. Saisonsieg festigte der Titelverteidiger im mit 6.600 Fans ausverkauften BMW Park die BBL-Spitze und kann sie ebendort schon am Dienstag (20 Uhr) gegen den Achten Ludwigsburg weiter ausbauen.
FC Bayern Basketball - Niners Chemnitz 91:77 (46:45)
- FCBB:Xavier Rathan-Mayes (16 Punkte), Justinian Jessup (15), Oscar da Silva (15), Isiaha Mike (11, 5 Rebounds), Neno Dimitrijevic (10), Niels Giffey (10), Wenyen Gabriel (5, 6 Rebounds), Justus Hollatz (5, 6 Assists), Vladimir Lucic (4), Leon Kratzer, Johannes Voigtmann, Niko Jerkic (n.e.)
- Topscorer Chemnitz:Eric Washington (15 Punkte)
- SchiedsrichterClemens Fritz, Adrian Ambrosio, Aleksandra Pawlik
- Zuschauer6.600 (ausverkauft)
Dienstagabend kommt Ludwigsburg
Die Bayern schonten im dritten Spiel seit Dienstag ihre jeweiligen Topscorer von den Auswärtssiegen in Bologna und Mailand, Andi Obst und David McCormack.
Sehr physisch ging es vom Start weg zu, der Gast lief das hohe Tempo mit (22:19/8.). Da Silva brach mehrfach erfolgreich ans Brett durch, doch das Problem lag hinten: Die Transition-Defense war halbherzig, Chemnitz ließ sich nicht bitten (26:28/10.). Die Niners verdienten sich eine erste Hälfte auf Augenhöhe durch eine für sie ungewöhnlich gute Dreierquote von 50 Prozent (am Ende 35 Prozent).
Mike hämmert, Giffey erhöht
Aber die Bayern steigerten sich auch hier, Dreier von Giffey und Mike erzeugten erstmals etwas Distanz, 65:58 nach dem dritten Viertel. Jessups Treffer machte es zweistellig zum 70:60 (34.), der Gast wurde müde gekämpft und warf nach der Pause deutlich schwächer.
Hollatz (sechs der 23 Assists) in der Defense und Giffeys Übersicht auf beiden Seiten waren neben den Punkten von Rathan-Mayes (16), Jessup (15), da Silva (15) und Mike (11) wichtige Bausteine. Als Letzterer einen Windmill-Dunk einhämmerte und Giffey (10, wie Dimitrijevic) auf 79:63 stellte, war die Partie bei fünf Minuten auf der Uhr entschieden.
Die Stimmen:
Svetislav Pesic, Chefcoach FC Bayern Basketball: „Insgesamt gesehen gab es zwei unterschiedliche Halbzeiten. Man muss kein Fachmann sein, um zu sehen, dass wir lange ohne Verantwortung in der Transition-Defense, in der One-on-One-Defense gespielt haben. Es ist für uns nicht leicht in der BBL. Erst hat uns etwas Energie gefehlt, weil wir zwei Spiele auswärts in Italien hatten, das ist klar. Aber wenn wir anfangen, Ausreden zu suchen, werden wir immer etwas finden. Wir müssen wissen, was uns erwartet, wenn wir BBL spielen. Unsere Defense in der Transition, Würfe contesten, das sollte unsere erste Aufgabe sein, vor allem in der Bundesliga. (…) In der Halbzeit habe ich überhaupt nichts gemacht. Ich bin kein Trainer, der die negativen Sachen sucht. Aber wenn ich in den Augen der Spieler sehe, dass sie wollen, aber es geht aus unterschiedlichen Gründe nicht, dann komme ich als Trainer und muss helfen, eine Lösung für die Mannschaft zu finden. Ich habe gesagt, dass wir nicht die 17 Punkte aus der Transition erlauben können, das sollte unsere erste Aufgabe sein. Und wir mussten mehr Verantwortung im Eins-gegen-eins übernehmen. Und ich glaube, die Spieler haben mich verstanden, in der zweiten Halbzeit war unser Spiel insgesamt besser.“
Oscar da Silva: „Ich glaube wir haben in der zweiten Halbzeit besser verteidigt und dadurch Selbstvertrauen tanken können, nicht die ganze Zeit versucht, den Chemnitzern davonzulaufen mit ihnen im Nacken; sondern haben uns etwas befreien können. (…) In der Halbzeit war der Fokus da, wo er sein musste. Wir haben vor allem darüber geredet, den Spielplan besser auszuführen, deren Dreier in Schach zu halten und die Penetration in die Zone, durch die sie freie Dreier generiert haben.“
Rodrigo Pastore, Chefcoach NINERS Chemnitz: „Es waren zwei sehr unterschiedliche Hälften. Ich dachte, dass wir verstanden hätten, dass München aus einer Double-Week in der Euroleague kam, und es ein Vorteil in der zweiten Hälfte wäre, wenn sie müde werden würden. Aber das war nicht der Fall, sie haben ihren besten Basketball in der zweiten Halbzeit gespielt. Es wurde physischer, das hat unsere Würfe schwerer gemacht und zu Ballverlusten geführt, aus denen München ins Laufen kam. Die Transition war schon in der ersten Halbzeit nicht gut, auch das Offensivrebounding. Das sind Dinge an denen wir arbeiten müssen, wenn wir ein Team wie München schlagen wollen.
Glückwunsch an Coach Pesic. Ich möchte außerdem Danke sagen für das, was er für den deutschen Basketball geleistet hat. Ich fühle mich privilegiert, dass ich in dieser Liga coachen darf, und wir alle schulden ihm viel für das, was er getan hat, um dem deutschen Basketball dahin zu bringen, wo er heute ist. Ein Kollege hat ihn einmal den Vater des deutschen Basketballs genannt, und ich kann nur zustimmen. Noch einmal Danke und Glückwunsch zu einer großen Karriere an einen der besten, der je im europ äischen Basketball gecoacht hat.“
DIE NÄCHSTEN SPIELE DES FCBB:
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DI., 14. April, 20:00 Uhr: 27. easyCredit BBL-Spieltag, FCBB – MHP Riesen Ludwigsburg (BMW Park, Dyn)
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FR., 17. April, 20:30 Uhr: 38. & letzter EL-Spieltag, FC Barcelona – FCBB
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MO., 20. April, 20:00 Uhr: 28. easyCredit BBL-Spieltag, VET-CONCEPT Gladiators Trier – FCBB
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DO., 23. April, 20:00 Uhr: 29. easyCredit BBL-Spieltag, Fitness First Würzburg Baskets – FCBB
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MO., 27. April, 20:00 Uhr: 30. easyCredit BBL-Spieltag, FCBB – Rostock Seawolves (BMW Park)
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FR., 1. Mai, 18:00 Uhr: 31. easyCredit BBL-Spieltag, FCBB – Alba Berlin (SAP Garden)
