Kampfgeist der Bayern wird mit Platz drei belohnt

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Hansi Flick betrat die Pressekonferenz in Freiburg am späten Mittwochabend mit einem Lächeln im Gesicht. Man sah dem 54-Jährigen an, dass eine Last von seinen Schultern gefallen war, nachdem ihm sein Team beim 3:1 (1:0)-Krimi gegen den Sport-Club durch zwei Treffer in der Nachspielzeit doch noch ein Happy End beschert hatte. Flick hatte zuvor eine Partie „mit Höhen und Tiefen" gesehen -- „und zum Schluss den Höhepunkt mit dem Sieg".

Zirkzee erlöst die Bayern in der Nachspielzeit

Dass der Bayern-Trainer eine solche Achterbahn der Gefühle durchleben müsste, war lange nicht abzusehen. Nach einer starken ersten Halbzeit lagen die Münchner hochverdient durch Robert Lewandowskis 19. Saisontor mit 1:0 zur Pause in Führung (16. Minute). Freiburgs Coach Christian Streich hatte schon befürchtet, Bayern würde die Hausherren „aus dem Stadion knallen", so klar war die Überlegenheit der Gäste, doch mal stand bei Thomas Müller der Pfosten im Weg (7.), mal rettete ein Freiburger Abwehrspieler bei Philippe Coutinhos Chance gerade noch so auf der Linie (2.).

Goldenes Händchen zum goldenen Tor: Hansi Flick hatte den Torschützen des entscheidenden 2:1, Joshua Zirkzee, nur knapp zwei Minuten zuvor eingewechselt.

„Wir haben am Anfang wieder nicht die Tore gemacht," monierte Hasan Salihamidžić. Stattdessen habe der FCB „nachgelassen und die Spielanteile aus der Hand gegeben", sagte der Sportdirektor weiter, und habe Freiburg so zurück in die Partie gelassen. Die Quittung gab es Mitte der zweiten Halbzeit durch den Ausgleichstreffer der Badener durch Vincenzo Grifo (59.) -- doch als es aussah, als müsse sich der Rekordmeister an diesem Abend mit nur einem Punkt begnügen, katapultierten der kurz zuvor eingewechselte Joshua Zirkzee (90.+2) und Serge Gnabry (90.+5) die Bayern mit zwei Toren zum Sieg und doch noch von Platz fünf auf Rang drei der Tabelle.

Wegweisender Sieg im Kampf um die Tabellenspitze

„Das Spiel in quasi letzter Minute durch die zwei späten Treffer noch entschieden zu haben, war etwas glücklich", befand Flick später. Aber das nähmen er und sein Team gerne mit, nachdem den Münchnern jenes Spielglück vor ein paar Wochen gegen Leverkusen und in Mönchengladbach noch gefehlt hatte. Der Übungsleiter wollte seiner Mannschaft lieber ein Kompliment dafür aussprechen, „wie sie gefightet" und „bis zum Schluss an den Sieg geglaubt" hatte. Dafür „wurden wir belohnt", verriet Flick zufrieden.

Alphonso Davies in Jubelpose: Der Außenverteidiger bereitete das 1:0 durch Robert Lewandowski (16.) mit einem starken Solo vor.

Aus den Reihen der Spieler war Ähnliches zu hören. Laut David Alaba zeige der Last-Minute-Erfolg, „was für einen Geist wir innerhalb der Mannschaft haben". Manuel Neuer umschrieb diesen Umstand noch einmal mit einer Szene, die sich kurz vor Ablauf der regulären 90 Minuten abgespielt hatte. In einer Verletzungspause schworen sich die Bayern gemeinsam ein: „Wir haben uns gepusht und daran geglaubt, dass wir gewinnen", so der Bayern-Kapitän, der von einem „Sieg des Willens" sprach.

Bereit für das letzte Heimspiel gegen Wolfsburg

Und der könnte im weiteren Saisonverlauf noch wichtig werden. „Wir haben große Ziele", so Alaba, „da muss man solche Spiele für sich entscheiden". Mit 30 Punkten liegt der Titelverteidiger mit vier Punkten Rückstand hinter den beiden führenden Teams RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach (je 34) in Lauerstellung und will diesen im besten Fall bei einem Ausrutscher der Konkurrenz am Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg noch vor Weihnachten verkürzen. Den Jahresendspurt hatte Flick bereits nach Abpfiff in Freiburg eingeläutet: „Wir müssen jetzt regenerieren, um am Samstag gegen Wolfsburg wieder auf den Punkt fit zu sein".

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