Franz ‚Bulle‘​​​​​​​ Roth: Der Mann, der in drei Endspielen für Bayern traf

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Seinen festen Platz in der Vereinsgeschichte des FC Bayern sicherte sich Franz Roth bereits in seiner Premierensaison. Im Finale des Europapokals der Pokalsieger 1967 gegen die Glasgow Rangers traf der damals 21-Jährige in der Verlängerung zum 1:0 -- und schoss die Münchner so zu ihrem ersten internationalen Triumph überhaupt. Am 27. April 2021, fast 54 Jahre später, feiert der *Bulle*seinen 75. Geburtstag -- aus diesem Anlass blicken wir auf seine großartige Karriere zurück!

„Der Bulle war ein ganz wichtiger Mann bei uns", erinnert sich Sepp Maier im aktuellen Vereinsmagazin „51" an die gemeinsame Zeit mit dem bodenständiger Allgäuer. „Typen wie ihn brauchst du, wenn du was gewinnen willst - logisch", hob der ehemalige Torhüter Roths Bedeutung für die Mannschaft und den Verein hervor. So wie in den Endspielen des Europapokals der Landesmeister 1975 und 1976, als sich Roth endgültig ins kollektive Bayern-Gedächtnis schoss.

„Overath, Netzer, alle hatten sie Angst vor ihm"

Akrobatisch schön: Franz Roth mit seinem grandiosen Tor zum 1:0-Finalsieg gegen die Glasgow Rangers zum ersten internationalen Titelgewinn des FC Bayern..

Gegen Leeds United (2:0) führte der Bulle die Münchner mit dem 1:0 ebenso auf die Siegerstraße wie im Jahr darauf, als ihm gegen Saint-Étienne (1:0) per Freistoß der einzige Treffer des Spiels gelang. „Diese wichtigen Tore zu erzielen, war natürlich wunderschön", erinnerte sich Roth, der ein wichtiger Bestandteil der goldenen Elf um Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Maier war. „Es war eine wunderbare Zeit mit einer tollen Mannschaft."

Der gebürtige Memminger ist ein freundlicher Mensch, fast jeder seiner Sätze wird von einem Lachen begleitet. Auf dem Platz hingegen war Bulle Roth eisenhart. „Wenn du ihm vor dem Spiel gesagt hast: Kümmer' dich heute um den Spieler da, dann hast du von dem anderen nix mehr gesehen. Overath, Netzer, alle hatten sie Angst vor ihm", berichtet Maier. Aber auch die eigenen Mitspieler mussten sich dann und wann in Acht nehmen. „Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wusste: Wenn der Franz sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn", erzählte Uli Hoeneß mal.

Zu seinem Geburtstag widmet FC Bayern.tv Mr. Europacup, Franz ‚Bulle' Roth, eine eigene Dokumentation - hier gibt es die ersten Ausschnitte:

Bayern-Treue trotz Angeboten aus dem Ausland

Mächtig Eindruck hinterließ der schussgewaltige Sohn eines Landwirts schon in seiner ersten Vorbereitung bei den Bayern im Jahre 1966. „Da ist einer, der hat Kraft wie Muh", erklärte der damalige Bayern-Trainer Zlatko Tschik Cajkovski den frisch von der Weltmeisterschaft in England heimgekehrten Nationalspielern. „Bei uns heißt das Tier Bulle und nicht Muh", korrigierte Ur-Bayer Maier. Der Spitzname, der Roth bis heute begleitet, war geboren.

In 322 Bundesligaspielen rannte, kämpfte, grätschte und schoss Roth für den FC Bayern. Obwohl seine primäre Aufgabe darin bestand, den gegnerischen Spielmacher auszuschalten, erzielte der viermalige Nationalspieler auch 72 Tore. Insgesamt zwölf Jahre (1966-1978) blieb er den Bayern treu, sogar Angebote aus dem Ausland vom AC Mailand oder den Grasshoppers Zürich schlug er aus. „Es gab ja europaweit nichts Besseres. Warum soll man da wechseln?", sagte Roth mal. „Es gibt immer Spieler, die für etwas mehr Geld den Verein wechseln und dann nicht glücklich werden. Hier bei Bayern wusste ich, es ist alles in Ordnung."

Enge Verbindung zum FC Bayern

Der Matchwinner: Im Landesmeister-Finale 1976 gegen St. Etienne erzielte Franz Roth den 1:0-Siegtreffer.

Erst mit 32 Jahren verließ er den Rekordmeister, spielte noch ein Jahr bei Casino Salzburg in Österreich und ließ seine erfolgreiche Karriere schließlich beim SV Sandhausen in der Amateur-Oberliga ausklingen, ehe er ins Allgäu zurückkehrte. Bis heute ist der passionierte Angler und Golfspieler dem FCB eng verbunden, bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie besuchte er regelmäßig die Heimspiele in der Allianz Arena. Spricht Bulle über den Rekordmeister, sagt er „wir" und „uns". Er leidet mit, wenn die Ziele in Gefahr geraten und feiert mit, wenn ein Titel eingefahren wird. Angestoßen wird auch heute -- und das aus gutem Grund: Alles Gute zum Geburtstag, Bulle Roth!

Am Donnerstag, 29. April, läuft bei FC Bayern.tv live die komplette 20-minütige Doku zu Franz Roths 75. Geburtstag - reinschauen lohnt sich! 👇


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