


1:1 in der Allianz Arena
In Unterzahl: FC Bayern Frauen Frauen holen starkes Remis gegen den FC Barcelona
- Kein Sieger in furiosem Hinspiel
- 31.000 Zuschauer sorgen für neue CL-Rekordkulisse der FCB-Frauen
- Rückspiel kommenden Sonntag in Barcelona
Unentschieden im Duell mit dem dreimaligen Champions League-Sieger: Die FC Bayern Frauen trennten sich am Samstagabend im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Women’s Champions League mit 1:1 (0:1) vom FC Barcelona. Vor einer neuen vereinsinternen Europapokal-Rekordkulisse von 31.000 Zuschauern zeigten die Münchnerinnen eine starke, couragierte Leistung in Unterzahl.
Vor den Augen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß, Präsident Herbert Hainer, dem Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen, Vorstand Marketing und Vertrieb Rouven Kasper sowie den Profis aus der Herrenmannschaft, Lennart Karl und Tom Bischof, erwischten die Gäste den besseren Start. In Minute sieben gingen die Katalaninnen durch den Treffer von Ewa Pajor in Führung. Die Bayern kämpften sich in der Folge stark zurück und glichen in der zweiten Hälfte durch Franziska Kett aus (69.). In der Schlussphase sah die Münchner Torschützin nach einer Tätlichkeit die Rote Karte, die Gastgeberinnen brachten das Remis dank einer starken Willensleistung über die Ziellinie.
Barcala: Sehr stolz auf die Mannschaft“
José Barcala: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir hatten einen klaren Matchplan: Phasen der Verteidigung im mittleren und tiefen Block, aber auch Phasen mit hohem Pressing. In all diesen Momenten war das Team sehr gut organisiert – mit Ausnahme des Gegentors, als wir den Raum im Zentrum zu früh geöffnet haben. Mit einer Spielerin weniger ist es gegen Barcelona extrem schwer. Trotzdem ist die Mannschaft eng zusammengerückt und sich zu keinem Zeitpunkt entmutigen lassen. Mit zehn Spielerinnen an unsere Grenzen zu gehen und alles zu geben, macht mich sehr stolz.“
Gwinn: „In der zweiten Halbzeit hatten wir das Momentum“
Giulia Gwinn: „Die größte Herausforderung gegen Barcelona ist, zu akzeptieren, dass du wenig Ballbesitz hast – ohne dabei passiv zu werden. Immer wenn wir es geschafft haben, über den ersten Pressingmoment hinauszukommen, sind wir gefährlich geworden. In der zweiten Halbzeit hatten wir das Momentum, auch wenn uns die Rote Karte zurückgeworfen hat. Wir hätten die ein oder andere Chance besser nutzen können, aber wir haben gemerkt: Sie sind nicht unschlagbar, es ist etwas möglich. Trotz Unterzahl haben wir bis zum Ende gut verteidigt – auf diese Leistung können wir stolz sein.“
Bühl: „Diese Geduld brauchst du gegen Barcelona“
Klara Bühl: „Es war ein extrem anstrengendes Spiel, aber genau diese Geduld brauchst du gegen Barcelona – du darfst keine Sekunde schlafen, musst im Kopf voll da sein. Unser Plan ist heute aufgegangen, wir haben unser eigenes Spiel besser durchgebracht und uns gleichzeitig gut auf den Gegner eingestellt.“
Pajor mit der frühen Führung
Während die Bayern zu Beginn tief standen, verbuchte Barcelona zwar mehr Ballbesitz, ohne daraus jedoch zwingende Aktionen vor dem Tor der Gastgeberinnen entwickeln zu können. Die erste nennenswerte Möglichkeit gehörte der Mannschaft von Cheftrainer José Barcala: Nach einem schnellen Ballgewinn in der Hälfte der Katalaninnen steckte Franziska Kett auf der linken Seite präzise in den Strafraum zu Klara Bühl durch, die den Ball mustergültig auf Pernille Harder ablegte. Die Dänin traf das Spielgerät aus rund zehn Metern jedoch nicht voll, sodass es ins Toraus flog (7. Minute). Im direkten Gegenzug jedoch sollte der dreimalige Champions-League-Sieger mit der ersten Chance in Führung gehen: Esmee Brugts entwischte seitlich des Strafraums und flankte über die linke Seite punktgenau auf Ewa Pajor, die am kurzen Pfosten mit einem Kontakt überlegt ins lange Eck vollendete (8.).

Knapper Rückstand zur Pause
In der Folge dauerte es zunächst, bis sich die Bayern vom frühen Gegentreffer erholten. In der 22. Minute zog einmal mehr die agile Bühl von links in den Strafraum und setzte zur Flanke an, doch Ona Batlle konnte erneut erfolgreich klären. Die Münchnerinnen fanden mit zunehmender Zeit zwar immer besser in die Partie, die ersten guten Chancen ergaben sich jedoch erst nach etwas mehr als einer halben Stunde. Allen voran Franziska Kett sorgte gleich zweimal für große Gefahr: In der 35. Minute schaltete sich die 21-Jährige entschlossen in die Offensive ein, zog über die halblinke Seite bis an die Strafraumkante und schloss aus rund 17 Metern ab, aber Barcelonas Cata Coll war zur Stelle und parierte sicher. Kurz vor der Pause tauchte die deutsche Nationalspielerin erneut an der Strafraumgrenze auf, diesmal in zentraler Position. Ihren platzierten Schuss aus ähnlicher Distanz kratzte Coll mit einer starken Parade aus dem linken Eck (42.).

Umkämpfter zweiter Spielabschnitt
Zu Beginn der zweiten Halbzeit rissen die Katalaninnen das Spiel wieder stärker an sich, dennoch gehörte die erste Torannäherung den Bayern. Bühl steckte den Ball von der linken Seite ins Zentrum, wo Bernadette Amani heraneilte, ihr Abschluss ging jedoch deutlich am Kasten des dreimaligen Champions-League-Siegers vorbei (48.). Nur eine Zeigerumdrehung später wurde es dann auf der Gegenseite brandgefährlich: Eine Flanke von der rechten Seite rutschte bis an das linke Strafraumeck zu Brugts durch. Die Außenverteidigerin nahm den Ball mit, legte ihn sich noch einmal zurecht und schlenzte ihn schließlich aus gut 14 Metern an den rechten Pfosten.
Kett mit dem Ausgleichstreffer

Barcelona blieb auch in der Folge dominant, eine Ecke von León sorgte für höchste Alarmstufe im Bayern-Strafraum: Die Spanierinnen kamen gleich mehrfach zum Abschluss, ehe Ena Mahmutovic im Tor die Situation bereinigte (60.). Vier Minuten später bot sich auf der Gegenseite eine gute Gelegenheit für den FCB: Bei einem Gegenstoß fand Bühl Bernadette Amani links im Strafraum, doch ihren Querpass auf Harder klärte León rund sieben Meter vor dem eigenen Tor. Dieser Moment war der Startschuss für eine stärkere Münchner Phase, und wenig später wurden die Bayern belohnt: In der 69. Minute glichen die Münchnerinnen in Person von Kett nach einem blitzsauber ausgespielten Konter aus. Bühl schickte Harder auf der linken Seite, die Offensivspielerin legte in die Mitte auf Kett zurück. Aus elf Metern blieb Kett eiskalt und traf zum Ausgleich.
Elf Minuten nach ihrem Treffer rückte die Torschützin erneut in den Mittelpunkt. In einem Laufduell mit Paralluelo hatte Kett das Nachsehen und griff der Spanierin anschließend im Vorbeilaufen an die Haare, woraufhin Schiedsrichterin Ivana Martincic Rot zeigte. Kurz darauf sah auch Cheftrainer José Barcala die Rote Karte, nachdem er sich aus Sicht der Unparteiischen zu vehement über die Entscheidung beschwert hatte. Dank einer starken Mannschaftsleistung brachten die Münchnerinnen das Ergebnis in einer hitzigen Schlussphase und großartigen Atmosphäre über die Zeit.

Auswärts in Bremen & Halbfinal-Rückspiel im Camp Nou
Nach dem Halbfinal-Hinspiel steht für die Münchnerinnen am kommenden Mittwoch zunächst das Nachholspiel des 18. Bundesliga-Spieltags auf dem Programm. Um 18 Uhr gastieren die FCB-Frauen auswärts beim SV Werder Bremen. Bereits am Sonntag wartet auf die Mannschaft von Cheftrainer José Barcala dann das Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Women’s Champions League gegen den FC Barcelona. Anstoß im Camp Nou ist um 16:30 Uhr.
FC Bayern Frauen - FC Barcelona 1:1 (0:1)
- FC Bayern FrauenMahmutovic – Gwinn, Viggósdóttir, Gilles, Kett – Stanway, Amani – Dallmann (81. Ballisager), Tanikawa, Bühl (74. Caruso) – Harder (90. Edna).
- ErsatzGrohs, Klink – Eriksson, Naschenweng, Padilla Bidas, Dunst, Simon.
- FC BarcelonaCata Coll – Ona Batlle, Irene Pardes, Mapi León, Brugts – Vicky López (62. Serrajordi), Patri Guijarro, Alexia Putellas – Graham Hansen (73. Paralluelo), Pajor, Clàudia Pina (73. Kika Nazareth)
- ErsatzGemma Font, Txell Font – Schertenleib, Torejón, Camara, Fenger, Ranera, Carla Juliá.
- SchiedsrichterIvana Martinčić (Kroatien)
- Zuschauer31.000
- Tore0:1 Pajor (8.), 1:1 Kett (69.)
- Gelbe KartenMahmutovic, Rech (Direktorin, FC Bayern Frauen) / Vicky López, Serrajordi, Patri
- Rote KartenKett (81./Tätlichkeit), Barcala (81./Meckern)
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