





Der Favorit litt, aber er setzte sich doch knapp durch: Vor 6.500 Fans im brodelnden BMW Park, darunter 1.500 stimmgewaltige Griechen, reichte den Bayern-Basketballern eine über weite Strecken überzeugende Leistung nicht ganz zur Überraschung gegen den Tabellenzweiten Panathinaikos. 75:82 (36:40) hieß es nach 40 packenden Minuten, bis in die letzte hinein konnten sich die kämpferischen Münchner um Nick Weiler-Babb (15 Punkte) Chancen auf den 14. Saisonsieg ausrechnen.
Bereits am Sonntagabend ist der Pokalsieger wieder im Einsatz, ab 17 Uhr ist Braunschweig in München zu Gast. Die EuroLeague-Saison endet für die Bayern am kommenden Donnerstag in Monaco.
FC Bayern Basketball - Panathinaikos BC 75:82 (36:40)
FCBB:
Weiler-Babb (15 Punkte), Serge Ibaka (14, 7 Rebounds), Leandro Bolmaro (11, 7 Assists), Vladimir Lucic (11), Carsen Edwards (9), Niels Giffey (6), Isaac Bonga (5), Sylvain Francisco (2), Elias Harris (2), Dino Radoncic
Topscorer Panathinaikos BC:
Kendrick Nunn (17 Punkte)
Schiedsrichter
Fernando Rocha, Olegs Latisevs, Alberto Baena
Zuschauer
6.500 (ausverkauft)
Weiler-Babb geht voran
Abermals nicht über die komplette Stammrotation verfügend (ohne Booker und Obst), behielten die Bayern im lärmenden Entree den Überblick: 15:8 nach zwei Ibaka-Dreiern (8.), das erste Viertel ging 18:13 an wache Gastgeber.
Was Pana dann sukzessiv an Prominenz von der Bank brachte, war beeindruckend: Sloukas, Hernangomez, Vildoza, diese Tiefe erwirkte erste Fehler des FCBB (31:37/18.).
Lucic zum 70:70
Nach der Pause glich Bayern zum 44:44 aus, nur NBA-Import Nunn und Athener Offensivrebounds galt es nun zu stoppen (52:51/28.). Auch Ballverluste häuften sich zum ungünstigen Zeitpunkt, 54:61 (31.).
Bolmaro, der exzellente Weiler-Babb und die Halle ließen die Bayern auch diese Phase überstehen - 65:63-Führung, noch sieben Minuten. Ein zynisch hoch vom Ring ins Netz tropfender Dreier zum 70:73 aus Bayern-Sicht (36.) deutete das erneut fehlende Spielglück an.
Die Stimmen
Pablo Laso: „Gratulation an Panathinaikos, sie brauchten und wollten den Sieg unbedingt für den Heimvorteil. Wir sind natürlich enttäuscht, wir haben das ganze Jahr um den Play-In-Spot gekämpft, doch am Ende waren wir nicht genug zupackend – wie auch heute. Es gab Situationen, nach denen wir erstarrt sind.
Als Trainer kann ich meinen Spielern keinen Vorwurf machen, denn wir haben das ganze Jahr alles gegeben. Es gab genug Hätte-wenn-und-aber-Situationen diese Saison. Vorbei, die Saison war schwierig und die Konkurrenz sehr stark. Jetzt müssen wir uns auf die Playoffs in der BBL vorbereiten, um die bestmögliche Position zu bekommen. (…)
Heute hatten wir viele gute Phasen, doch wir konnten es nicht über die gesamte Zeit zeigen – ein Team von solcher Qualität nutzt das schmerzhaft aus. (…) Natürlich gibt es jetzt viele Erklärungen (für den Saisonausgang), aber ich nehme vielleicht ein Beispiel von ein einem anderen Team, das klarmacht: die EuroLeague bestraft dich für den kleinsten Fehler: Hätte Mailand hier Ibaka nicht den letzten Dreier werfen lassen (zur Verlängerung) – dann hätten sie gewonnen und wären in den Play-Ins. Es gibt viele Wenn-danns in einer Saison, so war es oft bei uns. Das Spiel heute war ein Spiegelbild dessen, unabhängig davon, dass wir viele Jungs haben, die das erste Mal EuroLeague spielen. Darunter haben wir manchmal gelitten (…).
Ich bin aber überzeugt, dass wir ein Team haben aus Spielern, die sich verbessern und daraus im nächsten Jahr lernen werden.“
Serge Ibaka: „Wir wussten, dass wir gegen ein sehr gutes Team spielen. Sie waren das etwas bessere Team, das müssen wir anerkennen. Wir haben gekämpft und zusammengehalten, aber am Ende müssen wir ihnen zum Sieg gratulieren. Es macht mir immer Spaß, gegen die Besten anzutreten. Dann spiele ich noch fokussierter und aggressiver. Die EuroLeague ist ein großartiger Wettbewerb, es war nicht einfacher als in der NBA, ich musste hart arbeiten. Meine Teamkollegen und Trainer haben mir von Beginn an geholfen. Das war es noch nicht. Wir bleiben fokussiert und werden weiter hart arbeiten, so wie wir es immer machen."
Niels Giffey: "Unsere Intensität hat heute voll gestimmt. Wir haben viel gegeben, aber am Ende waren keine "Quality Shots" mehr da. Es waren viele Hustle Plays am Ende auch dabei. Es war trotzdem ein Spiel, wo wir am Ende happy rausgehen können, man will am Ende mit einem guten Gefühl, einem guten Sieg, nochmal rausgehen. Die Konstanz hätte uns über die Saison hinweg sicherlich gut getan hätte. einen konstanten Spielstil zu finden, den hatten wir manchmal nicht. Heute war ein gutes Spiel von uns. Wir haben gehustled, waren mit viel Energie dabei. Als Grigonis zwei Fouls in Freiwürfe gezogen hat, das war der Knackpunkt, wo das Spiel gegen uns gekippt ist.