Die verrückte Saison des FC Bayern im Überblick

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Am 34. Spieltag war es endlich so weit und die Bayern ernteten den wohlverdienten Lohn für eine starke Saison: Nach dem Wolfsburg-Spiel bekamen Manuel Neuer und Co. die Meisterschale überreicht. Der Weg bis zur Titel-Entscheidung war allerdings kein leichter - fcbayern.com hat alle entscheidenden Momente zur Meisterschaft 2019/20 zusammengefasst.

Schwieriger Anfang

Kein Auftakt nach Plan: Kurz nach der 0:2-Niederlage im Supercup gegen den BVB gab es beim Bundesliga-Auftakt den nächsten Dämpfer für die Bayern. Die zwei Tore von Robert Lewandowski reichten dem deutschen Rekordmeister nicht zum Heimsieg gegen Hertha BSC. Der damalige FCB-Trainer Niko Kovač und sein Team mussten sich gegen Berlin mit einem 2:2-Remis begnügen.

Erstmals an der Tabellenspitze

Am 6. Spieltag standen die Bayern nach einem hart erkämpften 3:2-Sieg in Paderborn erstmals in der Saison an der Tabellenspitze. Wieder einmal glänzte Goalgetter Lewandowski, der gegen den mutig aufspielenden Aufsteiger sein bereits zehntes Liga-Tor der laufenden Spielzeit erzielte.

Durchwachsener Oktober

Die Euphorie nach der 7:2-Gala in der Champions League gegen Tottenham erhielt am darauffolgenden Bundesliga-Spieltag direkt wieder einen Dämpfer. Der FCB konnte seine in London gezeigte Offensivpower gegen Hoffenheim nicht auf den Rasen bringen und ging erstmals in der Liga als Verlierer vom Feld. Trotz eines harten Kampfes gab es im Heimspiel gegen die Kraichgauer eine 1:2-Niederlage.

Herber Dämpfer in Frankfurt

Es sollte ein ganz bitterer Nachmittag für den FC Bayern werden. Am 10. Spieltag setzte es für die Münchner eine deutliche 1:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. Und so rückte auch die beachtliche Marke von 500 Pflichtspiel-Einsätzen, die Thomas Müller an diesem Tag erreicht hatte, in den Hintergrund. In der Folge trennten sich der FC Bayern und Trainer Niko Kovač. Der vorherige Co-Trainer Hansi Flick übernahm.

Auf Gala-Vorstellungen folgte Platz sieben

Auf diese Begegnung blickte die gesamte Fußball-Welt -- und der FC Bayern spielte ganz groß auf! Zum ersten Bundesliga-Spiel nach der Amtsübernahme von Flick gastierte Borussia Dortmund zum ewig jungen Duell in der Allianz Arena. Von Beginn an ließen die Münchner dem BVB keine Chance und siegten letzten Endes mit 4:0. Nach einem weiteren 4:0-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf mussten die Bayern jedoch zwei bittere Rückschläge hinnehmen. Das Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen und das Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach gingen trotz klarer spielerischer Überlegenheit jeweils mit 1:2 verloren. Dadurch rutschte der FCB vorübergehend auf den siebten Platz ab und hatte Anfang Dezember sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Gladbach.

Goldene englische Woche vor Weihnachten

Doch die Bayern kämpften sich noch vor der Winterpause zurück und legten eine fabelhafte englische Woche hin. Zunächst brannten die Münchner im Heimspiel gegen Werder Bremen ein echtes Feuerwerk ab. Beim 6:1 avancierte Philippe Coutinho mit einem Dreierpack zum Matchwinner. Unter der Woche sah es beim SC Freiburg kurz vor Schluss nach einer ernüchternden Punkteteilung aus. Doch Flick bewies ein goldenes Händchen: Der kurz zuvor eingewechselte Joshua Zirkzee traf in der Nachspielzeit mit seinem ersten Bundesliga-Ballkontakt zum 2:1. Serge Gnabry stellte wenig später sogar noch auf 3:1. Nur drei Tage später stach das Last-Minute-Duo gegen den VfL Wolfsburg erneut zu. Wieder wechselte Flick Zirkzee kurz vor dem Ende ein, wieder besorgte der Niederländer den wichtigen Führungstreffer, wieder machte Gnabry mit seinem Treffer den Sack zu. So überwinterte der FC Bayern mit vier Zählern Rückstand zur Tabellenspitze auf Rang drei.

Bayern erobert Tabellenführung dank überragendem Rückrunden-Start

Seit dem 1. Februar steht der FC Bayern wieder da, wo er hingehört: ganz oben in der Tabelle! Nach glanzvollen Kantersiegen gegen Hertha BSC (4:0) und den FC Schalke 04 (5:0) sprangen die Münchner nach einem 3:1-Sieg beim 1. FSV Mainz 05 wieder auf Platz eins. Es folgten ein mitreißendes 0:0 im Spitzenspiel gegen RB Leipzig und zwei wichtige Siege beim 1. FC Köln (4:1) und gegen den SC Paderborn (3:2).

Hochglanzfußball in Hoffenheim

Es war eine wahre Gala-Leistung, die der FC Bayern am 24. Spieltag bei der TSG 1899 Hoffenheim aufs Feld zauberte. So lagen die Münchner bereits mit 6:0 in Führung. Das Sportliche rückte ab der 78. Minute allerdings in den Hintergrund. Aufgrund von Schmähplakaten gegen Dietmar Hopp im Fan-Block des FC Bayern wurde die Partie unterbrochen. Als die Mannschaften auf den Platz zurückkehrten, spielten sie sich bis zum Schlusspfiff symbolisch nur noch gegenseitig den Ball zu. Im Anschluss an die Partie gingen Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern als Zeichen der Solidarität gemeinsam mit den Akteuren der TSG in Richtung der Hoffenheimer Fans.

Das letzte Spiel mit Zuschauern

Am 8. März machte der FCB sein bis heute letztes Spiel mit vollen Rängen: Anlässlich des 120. Vereinsjubiläums warteten die Fans vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg mit einer gigantischen Choreographie auf. Am Ende siegten die Bayern in speziell angefertigten Sondertrikots souverän mit 2:0. Damit wurde der Vorsprung auf Verfolger Dortmund auf vier Zähler ausgebaut. Einen weiteren Spieltag sollte es in diesem Monat nicht mehr geben, Mitte März kam der Spielbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie zum Erliegen.

Sensationeller Re-Start und Vorentscheidung

Nach zwei Monaten Pause rollte der Ball am 17. Mai endlich wieder - allerdings ohne die zahlreichen Zuschauer im Stadion. Die Bayern zeigten direkt zum Neustart, dass sie nichts von ihrer Form aus dem Frühjahr eingebüßt hatten. Zum Auftakt gab es an der Alten Försterei einen souveränen 2:0-Sieg gegen Union Berlin. Eine Woche später folgte dann die Vorentscheidung im Titelkampf. Joshua Kimmich sorgte mit einem Geniestreich für das entscheidende Tor beim 1:0-Sieg in Dortmund. Der FCB stand somit mit sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Die Kür zum MEI8TER

Am 31. Spieltag war es soweit. Mit einem 1:0-Auswärtserfolg gegen den SV Werder Bremen machten die Bayern ihre 30. Meisterschaft der Vereinsgeschichte perfekt. Das Tor zum Titelgewinn erzielte mal wieder Robert Lewandowski. Am letzten Spieltag verabschiedeten sich die Münchner nochmal glanzvoll aus der Bundesliga-Saison. Dank einer Gala-Vorstellung gewann der FCB beim VfL Wolfsburg mit 4:0 und knackte so auch die Schallmauer von 100 Saisontreffern Nummer 100. Zum achten Mal in Folge ging die Meisterschale hochverdient nach München. Mit den 13 Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Dortmunder hätte einige Wochen zuvor wohl noch niemand gerechnet.

Hier findet Ihr alles Wissenswerte rund um die achte Meisterschaft in Folge: