

Eine souveräne Vorrunde, eine hartumkämpfte Hauptrunde und eine lehrreiche Erfahrung in der UEFA Youth League: Die Mannschaft von Cheftrainer Peter Gaydarov überzeugte in der vergangenen Saison vor allem durch ihre offensive Kreativität und Spielfreude, konnte im Achtelfinale gegen den 1. FC Köln die beste Defensive des Landes jedoch nicht knacken. „Diese Saison war für uns als gesamte Mannschaft eine außergewöhnliche Erfahrung. Wir hatten ein sehr junges Team, sind aber mit dem Anspruch in jedes Spiel gegangen, mutig, offensiv und aktiv Fußball zu spielen“, so Gaydarov, der die Münchner am Saisonende nach fünf Jahren verlassen wird. fcbayern.com blickt für Euch auf die vergangene Saison der U19 des FC Bayern zurück.
Vorrunde souverän gemeistert
Wie bereits im Vorjahr beendete die U19 des FC Bayern die Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga als souveräner Tabellenführer. Nach einem 2:1-Auswärtssieg gegen Ulm zum Auftakt folgten im Anschluss bis auf das 2:2 gegen Unterhaching am zweiten Spieltag ordentliche Auftritte. Die Münchner zeigten daraufhin eine deutliche Reaktion und starteten in der Liga einen Lauf von vier Siegen in Folge. Nachdem das Derby gegen den TSV 1860 München im ersten Anlauf aufgrund eines Unwetters abgebrochen und anulliert wurde, erwischte das Team rund um Kapitän Luis Schäfer einen denkbar schlechten Tag und verlor knapp mit 0:1. Danach folgte ein 4:2:-Auswärtssieg gegen Unterhaching, bei dem Maycon Douglas Cardozo mit einem Hattrick glänzte, sowie der immens wichtige 3:1-Derbysieg vor heimischer Kulisse. Dank eines Finale furioso gegen den SC Freiburg (3:2) sicherten sich die Bayern zum Abschluss der Vorrunde in der U19-DFB-Nachwuchsliga den ersten Tabellenplatz.
Im DFB-Pokal der Junioren musste die Gaydarov-Elf einen Dämpfer hinnehmen und schied gegen den Nachwuchs von Hansa Rostock nach intensiven 120 Minuten unglücklich im Elfmeterschießen (6:5) aus.
Offensivpower auf mehreren Schultern

Der Schlüssel zum Erfolg beim Gaydarov-Team sowohl in der Vor- als auch in der Hauptrunde war die vorderste Reihe. Mit 32 Toren stellte man gemeinsam mit dem SSV Ulm 1846 die beste Offensivreihe. „Ein zentrales Thema war, dass wir uns in nahezu jedem Spiel sehr viele und sehr gute Torchancen herausgespielt haben. Diese aber nicht immer konsequent genutzt haben“, so Gaydarov. Auf mehreren Schultern verteilt zeigten die Münchner gerade vor dem gegnerischen Tor immer wieder ihre Qualitäten auf. Maycon Douglas Cardozo, Yll Gashi sowie Moritz Göttlicher trafen allesamt vier Mal. Bogdan Olychenko, Roy Snip sowie Frank Egwuatu konnten drei Mal netzen. Zudem konnten sich zehn weitere Spieler mit ein oder zwei Treffern in die Torschützenliste des Gaydarov-Teams eintragen.
In der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga lies die Münchner-Angriffsreihe nicht nach und konnte mit 29 Toren erneut die beste Offensive der Gruppe stellen. Auch in der zweiten Saisonhälfte waren es elf verschiedene Torschützen bei den Bayern. Egwuatu und Gashi waren mit jeweils fünf Treffern hauptverantwortlich für die funktionierende Offensive, gefolgt Snip und Noah Codjo-Evora mit je drei Toren.
“Gleichzeitig müssen wir aber auch ehrlich sagen: Aus diesen vielen Möglichenkeiten und der Dominanz haben wir in einigen entscheidenden Momenten zu wenig gemacht“, resümierte Gaydarov. „In vielen Spielen wie beispielsweise gegen Arsenal oder Hannover hatten wir Phasen, in denen wir das Spiel auf unsere Seite ziehen konnten, wurden kurz darauf durch bittere Gegentore bestraft. Das war eines unserer größten Lernfelder.“
Endrunden-Qualifikation bis zum Ende hart umkämpft

Aufgrund eigener Verletzungssorgen sowie Kaderrotationen von der U17 bis zu den Amateuren war die Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga für die U19 des FC Bayern durch schwankende Leistungen gekennzeichnet: Mit einem 0:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern gestartet, folgte mit den kommenden beiden Heimspielen eine Reaktion: Zwei 5:1-Heimsiege gegen Hannover 96 und den Berliner AK 07. Während man aus den nächsten vier Partien lediglich vier Zähler einfahren konnte, folgte ein Schlussspurt der FCB-U19: Am vorletzten Auswärtsspiel konnte der erste Sieg (3:0 gegen BAK 07) in der Femde eingefahren werden, das letzte Auswärtsspiel endete 2:2 remis gegen Borussia Mönchengladbach, ehe der letzte Spieltag der Hauptrunde mit einem sechs-Tore-Spektakel alles zu bieten hatte. Dank einer beeindruckenden Mentalität beim 3:3-Unentschieden sicherten sich die Münchner das Ticket für die anschließende Endrunde um die deutsche Meisterschaft.

„Gerade bei einer sehr jungen Mannschaft gehört es zum Entwicklungsprozess dazu, Führungen, Druckphasen und Momentum konsequenter fertig zu spielen“, beschreibt Gaydarov. „Entscheidend ist, dass die Jungs diese Erfahrungen gemacht haben und daraus lernen.“ Im Achtelfinale der K.o.-Phase musste sich die U19 des deutschen Rekordmeisters dann mit 0:4 dem amtierenden Deutschen Meister 1. FC Köln geschlagen geben.
Profi-Debüts als Lohn harter Arbeit
Gleich mehrere Nachwuchstalente der FCB-U19 kamen in dieser Saison zu ihrem Profi-Debüt. Den Anfang machte Wisdom Mike im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen, gefolgt von Cassiano Kiala und David Santos Daiber, die im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Heidenheim ihre ersten Profi-Minuten sammeln durften. Auch für Maycon Douglas Cardozo erfüllte sich mit seinem Bundesliga-Debüt Anfang März gegen Borussia Mönchengladbach ein Kindheitstraum. Deniz Ofli debütierte im Champions League-Heimspiel gegen Atalanta Bergamo, bevor er beim Bundesliga-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart eingewechselt wurde und mit den Profis auf dem Rasen der Allianz Arena die 35. Deutsche Meisterschaft bejubeln durfte.

„Für uns am Campus gibt es kaum eine schönere Bestätigung, als zu sehen, wenn Jungs aus dem Nachwuchs den Schritt zu den Profis gehen“, betont Gaydarov und führt weiter: „Dass so viele Spieler in dieser Saison den nächsten Schritt machen und ihr Profi- oder Regionalliga-Debüt feiern konnten, ist für mich die größte Bestätigung unserer täglichen Arbeit am Campus.“
Neben all den Premieren auf internationaler Bühne sowie der deutschen Belletage feierten Kiala, Mike, Cardozo, Santos, Ofli, Gashi, Olychenko, Codjo-Evora, Allan Bohomo, Simon Zöls, Sadiki Chemwor, Raphael Pavlić, Leopold Schmid und Aristide Hentcho Nseke ihr Debüt in der Regionalliga Bayern unter Amateure-Cheftrainer Holger Seitz.
Bittere, aber lehrreiche Duelle in der Youth League

Eine lehrreiche, aber wertvolle Erfahrung war wieder einmal die Youth League-Spielzeit, die mit dem Vorrunden-Aus allerdings zu früh endete. „Die Youth League war für viele Spieler eine tolle Erfahrung. Auf diesem Niveau wird jeder Fehler sofort bestraft, gleichzeitig bekommen die Jungs genau dort ein Gefühl dafür, was internationale Intensität, Tempo und Entscheidungsqualität bedeuten“, bilanzierte Gaydarov. Auf das packende Auftaktduell gegen den FC Chelsea (2:3), bei dem die Gaydarov-Elf eine Halbzeitführung aus der Hand gab, folgte der erste und einzige Sieg gegen Paphos FC (3:0). Die nächsten drei Partien gegen Club Brügge (0:3), PSG (0:3) sowie den FC Arsenal (4:2) verliefen ernüchternd. Für einen versöhnlichen Abschluss sorgte der Bayern-Nachwuchs mit dem 3:3-Remis gegen Sporting Lissabon.
Mit Filip Pavić und Leonard Prescott debütierten zudem zwei Spieler, die sich in die Top 5 der jüngsten Youth League-Debütanten des FC Bayern einreihen: Pavić debütierte im Alter von 15 Jahren und 324 Tagen, Prescott mit 15 Jahren und 359 Tagen. „Auch wenn wir sportlich gerne weitergekommen wären, waren diese Spiele für die Entwicklung der Spieler enorm wichtig“, sagt Gaydarov.
Das ist diese Woche am Campus geboten:

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