FCB-Frauen-Saison im Rückblick: Siegesserie führt zum Meistertitel

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Es war der feierliche Abschluss einer furiosen Saison: Durch das 4:0 gegen Eintracht Frankfurt krönten sich die FC Bayern Frauen zum Deutschen Meister und können zusätzlich auf eine erfolgreiche Spielzeit in der Champions League und im DFB-Pokal zurückblicken. fcbayern.com hat die herausragende Saison 2020/21 für euch zusammengefasst.

Die Vorbereitung

Aufgrund der Saisonverschiebung durch die Corona-Pandemie lief die Vorbereitung der FC Bayern Frauen im vergangenen Jahr anders ab als gewohnt. Statt sich nach Saisonende auf die neue Spielzeit vorzubereiten, richteten die Münchnerinnen den Blick auf das anstehende Champions League-Turnier 2020, welches im August in Bilbao stattfand. Dort mussten die FCB-Frauen nach einer knappen 1:2-Niederlage gegen Lyon im Viertelfinale die Segel streichen. Erst danach setzten Cheftrainer Jens Scheuer und sein Team den Fokus auf die kommende Spielzeit.

Gegen Lyon verpassten die Bayern 2020 trotz des Treffers von Carolin Simon knapp den Halbfinal-Einzug.

Die Neuzugänge

Vor dem Beginn der neuen Runde vermeldete der FC Bayern gleich acht Neuzugänge und wertete den Kader auf allen Positionen auf. Im Angriff schlossen sich Lea Schüller, Klara Bühl und Viviane Asseyi dem Team an. Zusammen sorgten sie im Laufe der Saison in wettbewerbsübergreifend 34 Spielen für 35 Tore. Außerdem wechselten Sarah Zadrazil, Marina Hegering und Hanna Glas an die Isar. Im Verbund bildeten sie ein Defensiv-Bollwerk, welches die Gegnerinnen regelmäßig vor Probleme stellte. Zusätzlich schnürten auch Keeperin Maria Luisa Grohs und Außenverteidigerin Julia Pollak ab dem Sommer ihre Fußballschuhe für die Profi-Mannschaft. Hinzukamen im Winter noch die Stürmerinnen Ivana Rudelić und Karólína Lea Vilhjálmsdóttir, die den Kader der Roten weiter verbesserten.

Deutscher Meister

22 Spiele, 20 Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage - der Weg der FC Bayern Frauen zum ersten Titel seit 2016 war vor allem eins: dominant. Schon am ersten Spieltag setzten sie mit einem 6:0-Sieg gegen Sand ein Ausrufezeichen und sprangen an die Tabellenspitze. Scheuer schwärmte nach der Partie von seinem Team: „Man hat gemerkt die Mannschaft ist griffig und sie will unbedingt noch mehr. Daran müssen wir jetzt Woche für Woche anknüpfen." Diese Einstellung teilten seine Spielerinnen in der Folge über die komplette Saison. Lediglich an einem Spieltag grüßten Kapitänin Lina Magull & Co. nicht von der Tabellenspitze. Da der VfL Wolfsburg zwar punktgleich war und das gleiche Torverhältnis aufwies, jedoch einen Treffer mehr selbst erzielte, schobe sich die Wölfinnen am 5. Spieltag kurzzeitig am FCB vorbei.

Trotzdem wurde es zum Saisonfinale nochmals spannend, als sich die Münchnerinnen am heimischen Campus überraschend mit 2:3 gegen Hoffenheim geschlagen geben mussten. Wolfsburg witterte seine Chance und hätte beim drittletzten Saisonspiel im direkten Duell nochmals das Ruder rumreißen können. Am FCB prallte das aber ab und so holte die Mannschaft von Jens Scheuer einen Punkt beim Auswärtsspiel in Niedersachsen und hielt die Verfolgerinnen auf Distanz. Die Pflichtaufgaben gegen Leverkusen und Frankfurt löste das Team in der Folge mit Bravour und kürte sich beim letzten Karrierespiel von Simone Laudehr mit einem Torverhältnis von 82:9-Toren zum Deutschen Meister der Saison 2020/21. Scheuer brachte es nach dem letzten Saisonspiel auf den Punkt: „Das war eine herausragend große Leistung. in diesem Jahr gab es keinen verdienteren Meister als den FC Bayern." Chapeau, Mädels!

DFB-Pokal

Nach zahlreichen Siegen in der Bundesliga wollten die FC Bayern Frauen auch im Pokalwettbewerb ihr Leistungspotential voll ausschöpfen. Das gelang ihnen fulminant: Zuerst schlug man Zwetiligist Carl Zeiss Jena mit 2:0 und fegte danach mit einem 13:0-Torspektakel über den Walddörfer SV hinweg. Vor allem Lea Schüller erwischte gegen den Regionalligisten einen Sahnetag und erzielte in ihrem ersten Pflichtspiel in 2021 satte fünf Treffer.

Der Weg ins Halbfinale hatte es dann in sich. In einem engen Spiel gegen die TSG Hoffenheim war es einmal mehr Schüller, die sich dank eines weiteren Doppelpacks zur ‚Ms. DFB-Pokal' entwickelte. In einer spannenden Schlussphase brachte die Frauenauswahl des Rekordmeisters ein knappes 2:1 über die Bühne und Scheuer freute sich, dass „diese schwere Hürde übersprungen" war.

Anfang April kämpften die Münchnerinnen dann gegen Wolfsburg um den Einzug ins Halbfinale. In einem hochqualitativen Spiel geriet der FCB früh durch Alexandra Popp in Rückstand und versuchte sich in der zweiten Hälfte nochmal zurückzukämpfen - leider ohne Erfolg. Ewa Pajor machte den Deckel drauf und beendete mit dem 0:2 den Pokal-Traum des FCB.

UEFA Women's Champions League

Sehr weit gekommen und nur knapp gescheitert: Das trifft nicht nur auf den Pokalwettbewerb, sondern auch auf die Champions League zu. Nach souveränen Auftritten gegen Ajax Amsterdam, BIIK Kazygurt und den FC Rosengård hatten die Münchnerinnen eine herausragende Bilanz auf internationalem Parkett vorzuweisen: Sechs Spiele, sechs Siege, 19:2-Tore und damit wettbewerbsübergreifend 26 Erfolge in Serie.

In der Runde der letzten vier wartete dann mit dem FC Chelsea ein echter Brocken auf die Süddeutschen. Doch auch die Engländerinnen konnten die FCB-Frauen vorerst nicht stoppen. Nach einem starken Aufritt am heimischen Campus entschied der schönste Champions League-Treffer des Turniers durch Hanna Glas die Partie. Mit einem 2:1-Hinspielerfolg reiste Scheuers Mannschaft schließlich nach London, wo das Team allerdings nicht das letzte Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte. Trotz bester Tormöglichkeiten wurde das Rückspiel mit 1:4 verloren. „Im zweiten Spiel hat uns einfach der Lucky Punch gefehlt. Wir haben eine junge Mannschaft und Spielerinnen, die solche Spiele selten bestritten haben. Die Routine und die Abgeklärtheit haben uns hier gefehlt. Aber solche Spiele helfen der Mannschaft, sich weiterzuentwickeln", blickt die sportliche Leiterin, Bianca Rech, zurück.

#ImmerWeiter

Zusammenfassend blickt der FC Bayern auf eine erfolgreiche Saison 2020/21 des Frauenteams zurück. Durch die starken Leistungen in der Liga sicherte man sich die vierte Meisterschaft der Vereinshistorie (1976, 2015, 2016, 2021) und schrieb auch in der Champions League Geschichte. Erst zum zweiten Mal gelang es den Münchnerinnen die Runde der letzten vier zu erreichen. „Ich habe immer gesagt, dass wir nicht nur in Deutschland sondern auch in Europa spitze sein wollen. National haben wir das jetzt geschafft und international wollen wir den Weg natürlich noch weiter gehen", erklärte FC Bayern Präsident Herbert Hainer. Die FC Bayern Frauen sind stolz auf die Leistungen der Saison, wollen sich darauf aber natürlich nicht ausruhen und nächstes Jahr wieder voll angreifen.

Für Laudehr war des die letzte Saison im Profifußball:


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